Wunsch-Netto → Mindeststundensatz für Selbstständige
Dieser Rechner ermittelt deinen Mindeststundensatz als Freelancer auf Basis deines gewünschten Nettoeinkommens. Er berücksichtigt Arbeitstage, Urlaubszeit, Krankheitstage und Geschäftskosten, damit du weißt, was du wirklich verlangen musst. So vermeidest du, dich unter Wert zu verkaufen.
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Rechne zuerst alle Kosten eines Jahres zusammen – Lebenshaltung oder Unternehmerlohn, Versicherungen, Büro, Fahrzeug, Steuern und Rücklagen – und addiere den gewünschten Gewinn. Diese Summe teilst du dann durch die produktiven, also tatsächlich verrechenbaren Stunden im Jahr; Urlaub, Krankheit, Akquise und Buchhaltung zählen nicht dazu.
Als Angestellter ist das ein Lohn im mittleren Bereich, der je nach Branche, Region und Qualifikation solide oder unterdurchschnittlich sein kann. Für Selbstständige ist derselbe Betrag dagegen meist zu niedrig, weil davon noch Sozialversicherung, Betriebskosten und unproduktive Zeiten bezahlt werden müssen.
Teile deine jährlichen Gesamtkosten plus Gewinnaufschlag durch die Stunden, die du im Jahr wirklich an Kunden fakturieren kannst. Bei Dienstleistungen liegt der verrechenbare Anteil oft nur bei etwa der Hälfte bis zwei Drittel der Arbeitszeit, weshalb der Stundensatz deutlich über dem reinen Wunschlohn pro Stunde liegen muss.
Gut ist ein Stundenlohn, der über dem branchenüblichen Tarif deiner Qualifikation und Region liegt und dir nach Steuern und Abgaben Rücklagen ermöglicht. Als Selbstständiger brauchst du zusätzlich einen Aufschlag für Sozialversicherung, Betriebskosten und unbezahlte Zeiten.
Die Vollkosten je Stunde bestehen aus Bruttolohn, Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Umlagen, Sonderzahlungen sowie Arbeitsplatz- und Gemeinkosten, geteilt durch die produktiven Jahresstunden. Da Urlaub, Feiertage und Krankheit bezahlt, aber nicht produktiv sind, liegt der Stundenkostensatz klar über dem vereinbarten Stundenlohn.
Als Freelancer ist die richtige Kalkulation des eigenen Stundensatzes eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen. Verlangen Sie zu wenig, arbeiten Sie dauerhaft unter Wert und riskieren Ihre finanzielle Stabilität. Verlangen Sie zu viel, verlieren Sie potenzielle Auftraggeber. Unser kostenloser Stundensatz-Rechner für Freelancer hilft Ihnen, auf Basis Ihres gewünschten Jahresnettos den Mindeststundensatz und den Tagessatz zu berechnen, die Ihre Kosten decken.
Viele Selbstständige machen den Fehler, ihren Stundensatz zu niedrig anzusetzen – oft weil sie vergessen, alle Kosten zu berücksichtigen. Als Freelancer tragen Sie alle unternehmerischen Risiken selbst: Krankheitszeiten, Urlaubstage, Akquiseaufwand, Weiterbildungskosten und Büroinfrastruktur müssen ebenso einkalkuliert werden wie Steuern und Sozialabgaben. Der Freelancer Stundensatz Rechner bezieht Urlaub, Krankheit, Weiterbildung, Akquise, Büro, Versicherungen und Sozialabgaben in die Berechnung ein und liefert Ihnen einen Mindestsatz, der diese Kosten deckt. Die Einkommensteuer rechnet er nicht ein – planen Sie sie zusätzlich.
Der Rechner arbeitet in drei Schritten:
Gesamtkosten pro Jahr = Netto × (1 + Sozialversicherungssatz) + 12 × (Büro + Versicherungen pro Monat)
Produktive Tage = (365 − 104 − Ferientage − Krankheitstage − Weiterbildungstage) × (1 − Akquisezeit)
Mindeststundensatz = Gesamtkosten ÷ (produktive Tage × 8 Stunden)
Der Tagessatz ist der ungerundete Stundensatz mal 8; beide Werte werden auf volle Euro aufgerundet. Zusätzlich zeigt der Rechner die Gesamtkosten pro Jahr (in Tausend Euro) und die Zahl der produktiven Tage an. Alle Beträge sind in Euro; Einkommensteuer und Mehrwertsteuer sind nicht enthalten.
Eine Freelancerin möchte 60.000 € netto im Jahr verdienen und wählt die Schweiz (12,4 % = 7.440 €). Dazu kommen 500 € Büro im Monat (6.000 € im Jahr) und 800 € Versicherungen im Monat (9.600 € im Jahr). Die Gesamtkosten betragen damit 83.040 € (Anzeige: 83,0 k€).
Von 365 Tagen bleiben nach 104 Wochenendtagen, 25 Ferientagen, 10 Krankheitstagen und 5 Weiterbildungstagen 221 Arbeitstage. Nach 20 % Akquisezeit sind das 176,8 produktive Tage (Anzeige: 177) oder 1.414,4 Stunden. 83.040 € ÷ 1.414,4 ≈ 58,71 €, also ein Mindeststundensatz von 59 €; der Tagessatz ist 58,71 € × 8 ≈ 469,68 €, also 470 €. Mit Deutschland (20 %) steigen die Gesamtkosten auf 87.600 € – das ergibt 62 € pro Stunde und 496 € pro Tag. Für Gewinn und Investitionen sollte sie noch 20–30 % aufschlagen.
Ein häufiger Irrtum ist, die eigene Urlaubszeit nicht einzukalkulieren. Wer 220 Arbeitstage im Jahr annimmt, arbeitet realistisch betrachtet nur 200 – abzüglich Krankheit vielleicht 185. Diese Differenz schlägt direkt auf den Stundensatz durch. Unser Freelancer Stundensatz Rechner zieht Ferien-, Krankheits- und Weiterbildungstage deshalb ausdrücklich ab. Feiertage haben kein eigenes Feld – zählen Sie sie einfach zu den Ferientagen.
Ein weiterer Fehler: viele Selbstständige unterschätzen die nicht-fakturierbaren Stunden. Wer täglich zwei Stunden mit Akquise, Angeboten und Buchhaltung verbringt, kann nicht acht Stunden in Rechnung stellen. Im Rechner tragen Sie diesen Anteil als Akquisezeit in Prozent ein: Zwei von acht Stunden entsprechen 25 %.
Viele Freelancer fragen sich, ob sie eher mit Stunden- oder Tagessätzen arbeiten sollen. In Deutschland ist der Tagessatz besonders in der IT- und Beratungsbranche verbreitet. Ein Tagessatz ergibt sich typischerweise aus dem Stundensatz multipliziert mit 7 oder 8 Stunden. Unser Rechner zeigt beides an: Der Tagessatz entspricht den Gesamtkosten geteilt durch die produktiven Tage, der Stundensatz rechnet mit 8 Stunden pro Tag. Rechnen Sie mit 7-Stunden-Tagen ab, bleibt der Tagessatz gleich – der passende Stundensatz ist dann der Tagessatz geteilt durch 7.
Das hängt stark von der Branche ab. IT-Freelancer erzielen oft 80–120 € pro Stunde, Designer 50–90 €, Texter 40–80 €. Der Durchschnittsstundensatz liegt laut verschiedenen Studien zwischen 70 und 90 € brutto. Ihr persönlicher Mindestsatz hängt aber immer von Ihren individuellen Kosten und Einkommenszielen ab.
Ja, in der Regel müssen regelbesteuerte Freelancer 19 % Mehrwertsteuer auf ihre Rechnungen aufschlagen. Umsatzsteuer ist kein Bestandteil Ihres Einkommens – sie wird an das Finanzamt abgeführt. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind davon befreit. Unser Rechner berechnet den Nettobetrag ohne MwSt., den Sie als Basis für Ihre Angebote nutzen.
Mindestens einmal im Jahr – idealerweise zum Jahreswechsel oder nach Abschluss eines größeren Projekts. Berücksichtigen Sie dabei Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und Ihre wachsende Berufserfahrung. Viele erfahrene Freelancer erhöhen ihren Satz alle 1–2 Jahre um 5–10 %.
Absolut. Wenn Sie Ihren Mindeststundensatz kennen, multiplizieren Sie diesen mit dem geschätzten Stundenaufwand für ein Projekt und erhalten so ein Mindestangebot. Auf diesen Wert sollten Sie noch einen Puffer für Scope-Creep und unvorhergesehene Änderungen aufschlagen.
Der Mindeststundensatz ist die unterste Grenze, bei der Sie kostendeckend und mit dem gewünschten Nettoeinkommen arbeiten. Der Marktstundensatz ist das, was der Markt tatsächlich zahlt. Idealerweise liegt Ihr Angebotssatz über dem Mindestsatz, aber im Rahmen des Marktüblichen. Unser Rechner hilft Ihnen, die untere Grenze präzise zu kennen.