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ROAS-Rechner

Return on Ad Spend + Break-Even-ROAS für Performance-Marketing

Kurz erklärt

Dieser Rechner ermittelt deinen ROAS (Return on Ad Spend), indem er den erzielten Umsatz durch die Werbeausgaben teilt. Zusätzlich berechnet er den Break-Even-ROAS – den Mindestwert, ab dem deine Kampagne profitabel wird. So siehst du auf einen Blick, ob dein Werbebudget wirklich rentiert.

Was ROAS wirklich bedeutet – und warum die Zahl allein nichts aussagt

ROAS steht für Return on Ad Spend und berechnet, wie viel Umsatz pro investiertem Werbe-Euro erzielt wird. Ein ROAS von 4 bedeutet: Für jeden ausgegebenen Euro kommen 4 Euro Umsatz zurück. Klingt simpel – ist es aber nicht, denn Umsatz ist nicht Gewinn. Wer nur auf den ROAS-Wert schaut und dabei Produktkosten, Versand und Plattformgebühren ignoriert, glaubt profitabel zu sein, während das Konto langsam leer wird.

Der entscheidende Unterschied liegt im Break-Even ROAS: das ist die Schwelle, ab der eine Kampagne tatsächlich Gewinne generiert – nicht nur Umsatz. Bei einer Bruttomarge von 40 % liegt der Break-Even ROAS rechnerisch bei 2,5 (1 ÷ 0,4). Alles darunter verbrennt Geld, alles darüber ist echter Gewinn. Diesen Wert vor dem Kampagnenstart zu kennen, ist der Unterschied zwischen strategischem Media Buying und blindem Testen.

Zwei konkrete Szenarien: Klein starten, profitabel skalieren

Szenario 1 – Einsteiger-Budget: Ein Shopbetreiber gibt 500 € für Facebook Ads aus und erzielt 1.800 € Umsatz. ROAS = 3,6. Die Produkte haben eine Marge von 45 %, also liegt der Break-Even ROAS bei 2,22. Ergebnis: Die Kampagne ist profitabel. Gewinn aus Ads = 1.800 € × 0,45 − 500 € = 310 € Rohgewinn nach Werbekosten. ROI = 310 € ÷ 500 € = 62 %. Empfehlung: skalieren, aber nicht mehr als 20–30 % Budget-Erhöhung pro Woche, da Meta-Algorithmen bei zu schnellen Änderungen aus der Lernphase fallen.

Szenario 2 – Skalierung: Dasselbe Produkt, Budget nun bei 5.000 €/Monat. Umsatz: 14.000 €. ROAS = 2,8. Liegt zwar über Break-Even (2,22), aber der ROAS ist durch Audience Fatigue gesunken. Gewinn: 14.000 € × 0,45 − 5.000 € = 1.300 €. ROI fällt auf 26 %. Hier lohnt sich ein Creative Refresh oder Audience-Erweiterung, bevor das Budget weiter erhöht wird. Tools wie Triple Whale oder Madgicx helfen dabei, auf Kampagnenebene zu erkennen, welche Anzeigengruppen den ROAS nach unten ziehen.

  • ROAS 1–2: unter Break-Even bei den meisten Margen – Kampagne pausieren oder Angebot überarbeiten
  • ROAS 2–4: profitabler Bereich bei Margen zwischen 25–50 % – optimieren und testen
  • ROAS 4–7: starke Performance – Budget schrittweise erhöhen
  • ROAS 7+: entweder ein Ausreißer-Creative oder zu kleines Budget – sofort skalieren

Häufige Rechenfehler – warum Kampagnen profitabel aussehen, es aber nicht sind

Drei Fehler tauchen bei der ROAS-Berechnung immer wieder auf, und jeder davon verursacht reale finanzielle Schäden:

  • Fehler 1: Brutto-Umsatz statt Netto-Umsatz ansetzen. Wer Retouren nicht abzieht, rechnet mit falschem Umsatz. Bei einer Retourenquote von 15 % (im deutschen Fashion-Segment oft deutlich höher) sinkt der reale Umsatz von 1.800 € auf 1.530 €. ROAS fällt von 3,6 auf 3,06 – die Kampagne sieht immer noch gut aus, aber der Puffer schmilzt.
  • Fehler 2: Plattformgebühren aus der Marge rausrechnen vergessen. Wer auf Amazon läuft, zahlt je nach Kategorie 8–17 % Referral Fee zusätzlich zur FBA-Gebühr. Eine angenommene Marge von 45 % kann sich nach Amazon-Abzügen auf 28 % reduzieren – was den Break-Even ROAS von 2,22 auf 3,57 treibt.
  • Fehler 3: Attribution falsch konfiguriert. Meta Ads verwendet standardmäßig ein 7-Tage-Klick- und 1-Tag-View-Attributionsfenster. Das führt dazu, dass organische Verkäufe der Anzeige zugerechnet werden. Wer auf 1-Tage-Klick umstellt, sieht oft einen ROAS-Einbruch von 30–50 % – nicht weil die Kampagne schlechter wurde, sondern weil das Bild realistischer ist. Seit den iOS-14-Änderungen 2021 und weiteren Datenschutzeinschränkungen in 2024 ist dieses Problem massiv gewachsen.

Lohnt sich Paid Advertising 2026 überhaupt noch?

Die ehrliche Antwort: ja, aber die Anforderungen sind gestiegen. Meta CPMs haben sich zwischen 2021 und Q4 2025 im europäischen Markt im Schnitt um 40–60 % erhöht. Ein ROAS von 4, der 2021 komfortabel profitabel war, reicht 2026 bei gleicher Kostenbasis oft nicht mehr aus, um nach Gebühren, Versand und Retouren im Plus zu sein. Das bedeutet nicht, dass Paid Ads nicht funktionieren – es bedeutet, dass Produkte mit Margen unter 35 % strukturell kaum mehr profitabel über Paid-Kanäle zu vermarkten sind.

Was funktioniert: Produkte mit hoher Marge (50 %+), Repeat-Purchase-Potenzial (Subscription, Verbrauchsgüter) oder hohem Customer Lifetime Value. Ein Kunde, der dreimal kauft, erlaubt einen Break-Even ROAS von 1,5 beim Erstverkauf – weil die Folgeverkäufe organisch oder per E-Mail kommen. Funnelytics ist ein nützliches Tool, um diesen Full-Funnel-Effekt sichtbar zu machen und ROAS nicht nur auf den ersten Klick zu reduzieren.

Wer im deutschen Markt mit der Kleinunternehmerregelung arbeitet und keine Vorsteuer abziehen kann, hat einen strukturellen Kostennachteil gegenüber umsatzsteuerpflichtigen Wettbewerbern – das beeinflusst den effektiven Break-Even ROAS direkt und wird von den meisten Ratgebern schlicht ignoriert.

FAQ: ROAS Rechner

Was ist ein guter ROAS-Wert?

Das hängt vollständig von der Produktmarge ab. Als Faustformel gilt: ROAS muss höher sein als 1 ÷ Bruttomarge. Bei 40 % Marge ist der Break-Even ROAS 2,5. Ein „guter" ROAS ohne Margenkontext ist eine bedeutungslose Zahl. E-Commerce-Benchmarks liegen 2026 je nach Kategorie zwischen 2,5 und 6 – aber diese Zahlen sagen nichts über Profitabilität aus.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?

ROAS misst Umsatz pro Werbe-Euro und ignoriert alle anderen Kosten. ROI berücksichtigt den Gewinn nach Abzug von Warenkosten, Gebühren und Werbeausgaben. Ein ROAS von 4 kann bei 20 % Marge einen negativen ROI bedeuten. Für strategische Entscheidungen ist der ROI die relevantere Kennzahl – ROAS ist ein schneller Indikator auf Kampagnenebene.

Wie berechne ich den Break-Even ROAS?

Break-Even ROAS = 1 ÷ Bruttomarge (als Dezimalzahl). Bei 50 % Marge: 1 ÷ 0,5 = 2,0. Bei 30 % Marge: 1 ÷ 0,3 = 3,33. Dieser Wert ist die absolute Mindestanforderung – jede Kampagne darunter erzeugt operativen Verlust. Alle Nebenkosten wie Zahlungsgebühren oder Retourenquoten sollten die effektive Marge bereits reduziert haben, bevor dieser Wert berechnet wird.

Gilt ROAS nur für Facebook Ads?

Nein. ROAS ist plattformunabhängig und funktioniert identisch für Google Ads, TikTok Ads, Pinterest oder Programmatic. Die Berechnung ist immer Umsatz ÷ Werbeausgaben. Unterschiede entstehen durch Attribution – Google Last-Click überschätzt Search, Meta überschätzt Retargeting. Wer kanalübergreifend misst, sollte ein dediziertes MMP oder eine Lösung wie Triple Whale einsetzen.

Was tun, wenn der ROAS unter Break-Even fällt?

Zuerst prüfen: Ist es ein Creative-Problem (Klickrate niedrig), ein Angebotsproblem (Conversion Rate niedrig) oder ein Targeting-Problem (falsche Audience)? Sofortige Budget-Erhöhung verschlimmert das Problem. Sinnvoller: Budget halbieren, Top-Creative isolieren, Landingpage-Conversion optimieren. Für den deutschen Markt spielt auch die Zahlungsart eine Rolle – Kauf auf Rechnung erhöht die Conversion, aber auch die Retourenquote.

Trag deine eigenen Zahlen oben in den Rechner ein, um deinen genauen Break-Even ROAS und den tatsächlichen Kampagnengewinn in Sekunden zu sehen. Wer gleichzeitig Affiliate-Links in seinen Funnel einbaut, findet auf simple-calculator.online auch einen Affiliate-Marketing-Einnahmen-Rechner, der die kombinierten Erträge sichtbar macht.

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