Basisbelichtung + ND-Filter → neue Belichtungszeit
Wer mit ND-Filtern fotografiert, kennt das Problem: Die korrekte neue Belichtungszeit zu berechnen, wenn ein Graufilter vor das Objektiv gesetzt wird, erfordert Kenntnisse über Blendenstufen und Lichtreduzierung. Unser kostenloser ND-Filter-Rechner nimmt Ihnen diese Rechenarbeit ab – schnell, präzise und ohne mathematische Vorkenntnisse.
Ein Neutraldichtefilter (ND-Filter) ist ein lichtreduzierendes Glas, das gleichmäßig alle Wellenlängen des Lichts absorbiert, ohne die Farbwiedergabe zu beeinflussen. Er ermöglicht es Fotografen, bei hellem Tageslicht mit langen Belichtungszeiten oder weit geöffneter Blende zu arbeiten.
ND-Filter sind in verschiedenen Stärken erhältlich, die als ND-Zahl (ND2, ND4, ND8, ND64, ND1000 usw.) oder in Blendenstufen (Stops) angegeben werden. Je höher die ND-Zahl, desto mehr Licht wird geblockt.
Die Bedienung unseres Rechners ist denkbar einfach. Sie benötigen lediglich zwei Eingaben:
Der Rechner ermittelt daraus automatisch die neue, korrekte Belichtungszeit. Wenn Sie z. B. ohne Filter 1/250 s benötigen und einen ND64-Filter (6 Blendenstufen) verwenden, ergibt sich eine neue Belichtungszeit von etwa 0,25 Sekunden – also ¼ Sekunde.
Die mathematische Grundlage ist einfach: Jede Blendenstufe verdoppelt die benötigte Belichtungszeit. Für n Blendenstufen gilt:
Neue Belichtungszeit = Basisbelichtungszeit × 2ⁿ
Bei einem ND64-Filter entspricht das 6 Stops: 2⁶ = 64. Eine Basiszeit von 1/100 s wird damit zu 64/100 s ≈ 0,64 Sekunden. Der Rechner übernimmt diese Potenzrechnung für Sie und gibt das Ergebnis in einem lesbaren Format aus.
Sie stehen vor einem Wasserfall. Ihr Belichtungsmesser zeigt 1/500 s bei ISO 100 und Blende f/8. Um das Wasser weich und fließend darzustellen, benötigen Sie mindestens 1–2 Sekunden. Mit einem ND1000-Filter (ca. 10 Stops) ergibt sich: 1/500 × 1024 ≈ 2 Sekunden. Perfekt für den gewünschten Effekt!
Sie wollen auf einer belebten Straße Menschen unsichtbar machen. Aktuelle Messung: 1/200 s. Mit einem ND64-Filter (6 Stops) ergibt sich: 1/200 × 64 = 0,32 Sekunden. Personen, die sich bewegen, werden auf dem Bild kaum sichtbar sein.
Bei der Videoaufnahme mit 25 fps sollte die Verschlusszeit 1/50 s betragen (180-Grad-Regel). An einem sonnigen Tag zeigt Ihre Kamera jedoch 1/2000 s als korrekte Belichtung. Ein ND-Filter mit 5 Stops bringt Sie auf 1/2000 × 32 = 1/62,5 s – nahe genug an 1/50 s.
Der ND-Faktor (z. B. ND64) gibt direkt an, um welchen Faktor das Licht reduziert wird. Blendenstufen (Stops) geben die Anzahl der Halbierungen der Lichtmenge an. ND64 entspricht genau 6 Stops, da 2⁶ = 64. Unser Rechner akzeptiert beide Eingabeformate.
Ja! Bei der Kombination mehrerer Filter werden die Blendenstufen einfach addiert. Zwei ND8-Filter (je 3 Stops) ergeben zusammen 6 Stops – entsprechend einem ND64. Beachten Sie jedoch, dass mehrere Filter aufeinander Vignettierungen erzeugen können.
Günstigere ND-Filter sind nicht immer exakt so stark wie angegeben. Ein als ND1000 beschrifteter Filter kann tatsächlich 9,5 bis 10,5 Stops liefern. Experimentieren Sie mit dem Rechner und passen Sie die Belichtung leicht an.
Ja, solange Sie wissen, auf welche Blendenstufe Ihr variabler ND-Filter aktuell eingestellt ist. Viele variable Filter haben eine Stufenmarkierung, die Sie direkt in den Rechner eingeben können.
In den meisten Innenräumen ist das Licht ohnehin schwach genug, sodass ND-Filter selten nötig sind. Sie kommen hauptsächlich bei Außenaufnahmen bei Tageslicht zum Einsatz, wenn lange Belichtungszeiten oder offene Blenden gewünscht sind.